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Schulalltag in Nsuta - Unterricht mit Huhn und Kokosnuss

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Anfang des Jahres haben wir noch selbst die Schulbank gedrückt und uns auf unser Abitur vorbereitet. Englisch und Mathe stehen bei uns inzwischen wieder auf der Tagesordnung – mit dem Unterschied, dass wir nun lehren statt lernen. Als Teil des Kollegiums haben wir uns in den letzten zweieinhalb Monaten in den Schulalltag eingefunden, der einige Eigenarten und Überraschungen für uns bereithielt. Von diesen und unserem Arbeitsalltag in Nsuta möchten wir nun berichten…
6:30 Uhr – Frühstückszeit. Eine Uhrzeit, die uns in Deutschland gewiss schwerer gefallen ist, denn wegen des frühen Einbruchs der Dunkelheit gegen 18:00 verschiebt sich hier der gesamte Tagesablauf nach vorne. Wer früh ins Bett geht, kann auch früh aufstehen ;) Und so starten wir alle gemeinsam beim Frühstück in den Tag, bevor wir (Eva und Lea) gegen 7:00 Uhr unsere Taschen schnappen und das Haus verlassen. Zu Fuß machen wir uns auf den ca. 15-minütigen Schulweg, der uns mitten durch Nsuta führt. Während wir mal diesen mal …

Schulalltag in Guaman - immer anders als geplant

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6:00 Uhr: Der Wecker klingelt und wir drücken verschlafen noch einmal auf die Schlummertaste.
6:05 Uhr: Der Wecker klingelt ein zweites Mal, wir klettern aus unseren Moskitonetzen und begeben uns ins Wohnzimmer, um zu frühstücken. Statt Nutellabrot und Kaffee gibt es für uns Bananen, Weißbrot und Ingwertee mit Zitrone.












7:15 Uhr: Nachdem wir uns für die Schule fertig gemacht haben, schwingen wir uns noch ziemlich müde auf die beiden Fahrräder. Unser etwa 45-minütiger Schulweg führt uns durch zwei Polizeikontrollen, einige Schlaglöcher und das Dorf Attakrom, in dem wir stets freundlich begrüßt werden und auch selbst kaum aus dem Winken rauskommen.


Beim Buem Congress - Tanz, Trommeln und politische Themen

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27. Oktober 2018, 9:30: Ankunft in Akaa Buem. Nach einer kurzweiligen Fahrt steigen wir mit Joseph aus dem Auto. Wir sind in einem Dorf bei uns in der Nähe am Veranstaltungsort des Buem Congress angekommen und schauen uns um. Mehrere Pavillons mit bunten Dächern, lauter Stühle und ein Rednerpult wurden aufgebaut. Die vielen bunten Stoffe deuten auf eine fröhliche, bevorstehende Feier hin, doch de facto wissen wir nicht, was uns hier erwartet. Bisher sind auch erst wenige Stühle besetzt – die Uhrzeit auf dem Programmheft scheint dort nur der Form halber zu stehen. Und so tun wir das, was wir in Ghana schnell gelernt haben: geduldig warten. Nach und nach füllt sich der Platz und immer mehr Leute kommen in bunten Kleidern. Alle scheinen sich für den besonderen Tag in Schale geworfen zu haben. Schließlich verstummt die Musik aus den großen Boxen und es ist soweit: Die Ankunft der Chiefs und Queen Mothers steht bevor.
Zurückzuführen auf die ehemaligen politischen Strukturen gibt es in Ghana…

Woher kommt eigentlich unsere Schokolade? - Besuch auf einer Kakaofarm

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Die Welt ist kleiner als man denkt – und das gilt auch Kontinent übergreifend. Dank des beständigen Kontakts zwischen Leonies Vater und einem Ghanaer seit über 30 Jahren wurden wir von Godwin Mitte September nach Papase eingeladen und durften mit ihm die Kakaofarm seines Bruders besuchen.
Nach einem ausgiebigen Essen bei ihm brechen wir mehr als gut gestärkt zur Farm auf und mit Gummistiefeln ausgerüstet folgen wir drei Arbeitern, die uns herumführen. Im Abstand von wenigen Metern steht Kakaobaum neben Kakaobaum und wir bahnen uns den Weg durch die langen Baumreihen. An den Stämmen und den dickeren Ästen der Bäume hängen die Kakaofrüchte – größtenteils sehr viele grüne und einige gelbe, die schon reif sind. Die Fläche der Farm ist schwer zu schätzen, doch an der benachbarten Straße zieht sie sich mehrere hundert Meter weit und es ist nicht schwer, sich die langen Gehwege über die gesamte Farm auszumalen. Schon nach einigen Minuten wird uns klar, dass der Kakao-Anbau eine Wissenschaft f…

Schritt für Schritt - Begegnung mit Kojo

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Da in unseren ersten Wochen in Ghana noch Schulferien waren, konnten wir die Zeit nutzen, um einen Einblick in einen Teil des Projekts zu erhalten, mit dem wir während unser Arbeit in den Schulen weniger in Berührung kommen werden: die Unterstützung einzelner Kinder mit Behinderungen. Wir haben Joseph, unseren Mentor im Projekt, bei drei Besuchen bei verschiedenen Familien begleitet und möchten insbesondere von den Begegnungen mit Kojo (sprich: Kudschu) erzählen.
Das erste Mal treffen wir auf Kojo, als wir mit Joseph in unserer zweiten Woche in Ghana einen kleinen Spaziergang durch Nsuta machen, um das Dorf kennenzulernen. Zwischen zwei Krücken sitzt er leicht zusammengesunken auf einer Bank vor einem kleinen Haus und hebt den Kopf als wir zu ihm kamen. Schnell sind einige Plastikstühle herbeigeholt und wir sitzen mit ihm und seiner Mutter zusammen. Da Kojo nur wenig spricht und vor allem kein Englisch beherrscht, erzählt Joseph uns von ihm. Kojo ist 15 Jahre alt und lebt mit seiner Mu…

Ausflug nach Akosombo

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Nachdem wir viel unser freien Zeit in den ersten Wochen mit Bücher lesen, Spaziergängen, Marktbesuchen und noch vielem mehr verbracht haben, packte uns der Entdeckungsdrang und wir entschieden uns dafür, einen etwas größeren Ausflug zu planen. Es war gar nicht so leicht, etwas zu finden, was gut in einem Tag zu schaffen ist, sodass wir uns entschieden eine Übernachtung mit einzuplanen. Es gab viele Überlegungen und viele Städte, die wir hätten besuchen können. Letztendlich entschieden wir uns für die Stadt Akosombo direkt am Volta-See in der Eastern Region.

Am 07.09.2018 machten wir uns früh am Morgen auf den Weg. Wir hatten das Glück, dass an diesem Morgen Monsignore, unser Mentor, nach Accra gefahren ist und uns mitnehmen konnte, da unser Ziel auf seinem Weg lag.
Nach vier Stunden Fahrt durch die grüne Landschaft der Volta-Region kamen wir endlich an. Monsignore ließ uns an der Adomi Bridge raus und erklärte, wie wir am nächsten Tag am besten wieder zurück nach Hause kommen. Als er w…

Kofi Annan - das "moralische Gewissen der Welt" ist tot

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Drei Tage vor unserem Abflug ging eine Nachricht um die ganze Welt: „Kofi Annan ist tot - Der ehemalige UNO-Generalsekretär ist im Alter von 80 Jahren in der Schweiz gestorben.“
Als wir nun mit Irene, der Küchenchefin, in der Küche saßen, hat sich das Tagesschau-Gucken ausgezahlt. „Ja, von Kofi Annan haben wir gehört…“ und so haben wir alle zusammen im Essenssaal des Centres einen Teil der Live-Übertragung seiner Beerdigung am 13.9.2018 gesehen. Dank der Untertitel und Einblendungen war es leicht dem Programm der Zeremonie zu folgen. Seine Biographie wird verlesen, der Accra Ridge Church Choir singt eine Hymne, der ehemalige Erzbischof der anglikanischen Kirche in Accra Most Rev. Dr. J. O. Akrofi hält eine Rede, das uns vertraute „Hallelujah“ von Händel wird vom Mass Choir gesungen, sein Sohn, Kojo Annan, spricht einige persönliche, herzerwärmende Worte über seinen „Daddy“. Neben den endlosen Trauer- und Lobreden voller schätzender Worte zeigt allein die Anwesenheit von 2.000 Trauernde…